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KI und Mensch – Potentiale und Grenzen
1. Januar 1970
KI und Mensch – Potentiale und Grenzen

Der Neurowissenschaftler, Biochemiker und Hirnforscher Dr. Henning Beck hat es sich zum Thema gemacht, Potentiale und Grenzen von KI im Vergleich zum Menschen stets humorvoll darzustellen. Niemand muss Angst vor KI haben, wenn wir uns auf das konzentrieren, was wir können und eine KI nicht zu leisten vermag. Und wenn wir das nutzen, in dem uns KI unterstützt und entlastet.

Auf der Beyondwork 2020 des Bundesministeriums für Forschung und Technologie klärt Dr. Beck mittels einer Metapher

  • wie das Gehirn im Gegensatz zu KI arbeitet und
  • dass die besten Ideen aus dem Gehirn und nicht aus KI kommen.

 

Eine Produktion und Arbeitsabläufe und auch KI benötigen eine Struktur und Regeln. Ein Orchester mit 80 Musikern muss für ein Ergebnis synchron arbeiten und hat dafür eine Struktur. Dabei gibt es nicht nur für jeden einzelnen Musiker exakte Noten, nach denen er spielen muss. Darüber hinaus sorgt ein Dirigent – sozusagen als Organisator – dafür, dass alle synchron spielen.

Im Gegensatz dazu arbeiten in unserem Gehirn 80 Milliarden Zellen ohne vorgegebene Struktur sehr agil völlig synchron zusammen. KI kann zwar lernen was das Wort ‚Brexit‘ bedeutet; sie weiß aber dadurch noch nicht, was Spaxit oder Fraxit bedeutet oder dass aus Brexit auch ein Breturn werden kann. Das menschliche Gehirn erkennt aber die Bedeutung dieser Worte, die es gar nicht gibt. Der Grund dafür ist das Verständnis der Bedeutung des Wortes Brexit und die Fähigkeit, dieses Verständnis zu übertragen. Das kann künstliche Intelligenz nicht leisten.

Wir müssen uns verabschieden von dem Verständnis, als Mensch wie eine Maschine funktionieren zu wollen. Maschinen sind viel effizienter als Menschen. In mechanischen und strukturierten Prozessen werden daher in Zukunft Maschinen die Arbeit übernehmen.

Konzentrieren wir uns also darauf, die menschlichen Kompetenzen zu stärken. Abwechslungsreiche Tätigkeiten, vielseitiger Austausch und Entspannung sind hirnfreundlich und fördern die Kreativität, die uns Menschen von KI unterscheidet.

Ein GeZu 4.0 Lotse muss es daher diese Zusammenhänge verinnerlicht zu haben, Sie sind ein wichtiges Element in der Ausbildung und maßgeblich für die eine erfolgreiche Tätigkeit des GeZu 4.o – Lotsen.

Auch die aktuell rasend zunehmende Telearbeit als eine moderne Form des Netzwerkens zu verstehen und zu nutzen ist für seine Arbeit von Bedeutung. Beziehungen aufzubauen reicht aber nicht aus. Wissenstransfer anstoßen, Vielseitigkeit (diversity) aktiv unterstützen und die unterschiedlichen Kenntnisse, Sichtweisen und Erfahrungen anderer Menschen nutzen; eröffnen neue Möglichketen. Dabei gilt letzteres für GeZu 4.0-Lotsen und Unternehmer gleichermaßen. Alle diese Maßnahmen erweitern den Horizont und führen zum Verständnis von Bedeutungen von Worten, Themen und Prozessen.  Und die o.a. Übertragung diese Verständnisses auf Neues führt zu kreativen Innovationen, die keine KI leisten kann, KMU aber zukunftssicher machen.

Dieses Verständnis in die KMU zu tragen, Unternehmens-Netzwerk zu bilden und in Experimentierräumen mit den Unternehmen Themen zu initiieren, zu moderieren und strategisch anzustoßen, ist Aufgabe des GeZu 4.0 Lotsen. Wenn Unternehmer und Führungskräfte in Experimentierräumen im kollegialen Austausch die Kraft der Vielfalt erkennen und schätzen lernen und für ihr Unternehmen strategisch und operativ nutzen (wollen), ist das Ziel der GeZu 4.0 – Lotsen erfüllt.

Saarbrücken 22.11.2020

Joachim Berendt

Projektpartner GeZu 4.0
Leiter Regionales Netzwerk Saar der Offensive Mittelstand
Mitglied des Strategiekreises der Offensive Mittelstand
Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Mittelstand Gesellschaft Verantwortung
Inhaber der Unternehmensberatung Berndt und Partner
Vorstandsvorsitzender Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e.V.